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Lead-Anbieter prüfen: 12 Fragen vor dem ersten Kauf

Die Checkliste für den Einkauf von Anfragen: Herkunft, Einwilligung, Verteilung, Reklamation und Ausstieg. Mit den Antworten, die RegioScout selbst darauf gibt.

Jonas Müller, Produktentwicklung, RegioScoutStand:

Bevor Sie beim ersten Anbieter Anfragen kaufen, sollten Sie zwölf Fragen gestellt und die Antworten schriftlich haben. Sie klären Herkunft, Einwilligung, Verteilung, Preis und Ausstieg — also genau die Punkte, an denen später Streit entsteht. Diese Seite listet die Fragen, sagt, woran Sie eine gute Antwort erkennen, und beantwortet sie am Ende für RegioScout selbst.

Warum eine Checkliste und nicht ein Anbietervergleich

Ranglisten der „besten Lead-Anbieter“ gibt es reichlich, und die meisten stammen von Anbietern. Nützlicher ist eine Liste von Fragen, die Sie jedem Anbieter stellen, auch uns. Wer sie sauber beantwortet, hat einen Prozess. Wer ausweicht, hat einen Verkäufer.

Nehmen Sie die Antworten schriftlich entgegen — per E-Mail genügt. Später zählt nicht, was im Gespräch gesagt wurde, sondern was im Vertrag steht.

Herkunft und Entstehung

1. Wo genau entsteht die Anfrage? Gute Antwort: ein benannter Kanal — eigenes Formular, Vergleichsportal, Telefonaktion, Haustürgespräch. Warnsignal: „aus unserem Netzwerk“ oder „verschiedene Quellen“. Wer die Herkunft nicht nennt, kauft selbst zu und weiß es womöglich nicht.

2. Wie alt ist die Anfrage bei der Übergabe? Gute Antwort: eine Zeitangabe in Stunden oder Tagen, mit Zeitstempel im Datensatz. Warnsignal: keine Angabe. Wiederverkaufte Altbestände sind der häufigste Grund für Gespräche, in denen der Eigentümer sich an nichts erinnert.

3. Spricht vor der Übergabe ein Mensch mit dem Eigentümer? Gute Antwort: ja, mit benanntem Prüfumfang. Warnsignal: „automatisch validiert“ — das prüft die Syntax einer E-Mail-Adresse, nicht das Interesse.

4. Wird die Eigentümerstellung geprüft? Ein Mieter kann keine Anlage beauftragen. Fragen Sie, ob und wie das geklärt wird.

Einwilligung und Recht

5. Welche Einwilligung liegt vor, im Wortlaut? Lassen Sie sich den Text zeigen, den der Eigentümer bestätigt hat. Er muss die Weitergabe an Partnerbetriebe und die Kontaktaufnahme per Telefon und E-Mail abdecken. Warnsignal: eine allgemeine Datenschutz-Zustimmung ohne Werbebezug.

6. Bekomme ich den Nachweis, wenn ich ihn brauche? Gute Antwort: ja, auf Anforderung und im Fall behördlicher oder gerichtlicher Anfragen. Warnsignal: „liegt uns intern vor“. Im Ernstfall müssen Sie als Verantwortlicher die Rechtmäßigkeit nachweisen können, nicht der Anbieter.

7. Wer ist datenschutzrechtlich Verantwortlicher, und brauche ich einen AV-Vertrag? Beide Modelle sind vertretbar, aber der Anbieter muss wissen, welches gilt. Warnsignal: Schulterzucken. Mehr dazu unter DSGVO bei gekauften Leads.

8. Was passiert bei einem Widerruf? Gute Antwort: gegenseitige Information, damit beide Seiten die Verarbeitung stoppen. Warnsignal: keine Regelung.

Verteilung und Wettbewerb

9. An wie viele Betriebe geht dieselbe Anfrage? Gute Antwort: eine feste Zahl, im Vertrag. Warnsignal: „in der Regel“. Die Formulierung „in der Regel exklusiv“ bedeutet: nicht immer.

10. Wird eine exklusive Anfrage später doch weitergegeben? Fragen Sie ausdrücklich nach dem Nachverkauf. Manche Anbieter vermarkten nicht verwertete Exklusiv-Leads nach einigen Wochen erneut.

11. Weiß der Eigentümer, wer sich meldet? Wenn er die Namen der Betriebe kennt, beginnt Ihr Anruf nicht mit einer Erklärung, woher Sie seine Nummer haben.

12. Kann ich mein Gebiet PLZ-genau steuern? Ein Gebiet, das Sie nicht selbst festlegen, erzeugt Fahrtwege, die Ihre Marge auffressen.

Die drei Fragen zum Geld, die oft fehlen

Über den Preis je Anfrage wird immer gesprochen. Über diese drei Punkte selten:

PunktWonach Sie fragenWarnsignal
BindungMindestlaufzeit, Mindestabnahme, Grundgebühr„Nur im ersten Jahr“
Deckelmonatliches Budgetlimit, das Sie selbst ändernZustellung ohne Obergrenze
ReklamationGründe, Frist, Form, wer entscheidet„Machen wir kulant“

Kulanz ist keine Regelung. Eine belastbare Antwort nennt Gründe, eine Frist und den Weg — schriftlich. Und sie sagt auch, was kein Reklamationsgrund ist; ein Anbieter, der alles erstattet, verspricht etwas, das er nicht halten kann. Wie das bei uns geregelt ist, steht unter Anfrage reklamieren.

Rechnen Sie den Test vorher durch

Legen Sie vor dem ersten Kauf fest, woran Sie den Test messen. Nicht „Gefühl nach vier Wochen“, sondern: Wie viele Anfragen, welches Budget, welche Kennzahl. Die entscheidende Zahl sind Ihre Kosten je Auftrag, nicht der Preis je Lead — die Rechnung dazu steht unter Kosten pro Auftrag statt pro Lead.

Legen Sie außerdem fest, wer im Betrieb anruft und wie schnell. Ein Test, bei dem Anfragen zwei Tage liegen bleiben, misst Ihre Organisation, nicht die Qualität der Anfragen. Siehe Speed-to-Lead.

Dieselben zwölf Fragen, für RegioScout beantwortet

RegioScout im Checklisten-Format

1 Herkunft
Haustürgespräch mit einem Scout vor Ort, keine zugekauften Datensätze
2 Alter
Zustellung sofort nach der telefonischen Qualifizierung
3 Menschliche Prüfung
ja, telefonisch vor der Zustellung
4 Eigentümerstellung
wird im Qualifizierungsgespräch nach Angabe des Eigentümers geprüft
5 Einwilligung
Weitergabe an Partnerbetriebe und Kontaktaufnahme per Telefon und E-Mail, mit Zeitstempel
6 Nachweis
auf Anforderung sowie bei behördlichen und gerichtlichen Anfragen
7 Verantwortlichkeit
beide Seiten eigenständig verantwortlich, kein AV-Vertrag nötig
8 Widerruf
gegenseitige Information, beide Seiten stoppen die Verarbeitung
9 Verteilung
Exklusiv an einen Betrieb, Multi an höchstens vier einschließlich Ihres eigenen
10 Nachverkauf
nein, eine exklusive Anfrage wird auch nachträglich nicht weitergegeben
11 Transparenz
der Eigentümer erhält die Namen der Betriebe per E-Mail
12 Gebiet
PLZ-genau im Portal, jederzeit änderbar

Zum Geld: keine Mindestlaufzeit. Sie setzen ein monatliches Budgetlimit; eine Anfrage wird nur zugeteilt, wenn ihr voller Preis noch hineinpasst. Abgerechnet wird zum Monatsende, eingezogen zu Beginn des Folgemonats; Vorkasse über ein Guthaben ist als Alternative möglich. Die Preisspanne liegt zwischen 60 und 170 Euro netto je Anfrage, abhängig von Menge und Verteilung.

Wie es weitergeht

Stellen Sie diese Fragen zwei oder drei Anbietern und vergleichen Sie nicht die Preise, sondern die Antworten. Wenn Sie sie uns stellen wollen: Das Beratungsgespräch dauert etwa 30 Minuten, ist unverbindlich, und Sie bekommen die Antworten anschließend schriftlich. Woher unsere Anfragen kommen, zeigt die Seite Door-to-Door-Anfragen. Für den Vergleich der Herkunft hilft Haustür-Anfragen oder Online-Leads, für die Wahl der Variante Exklusiv oder Multi.

HÄUFIGE FRAGEN
ZU DIESEM THEMA.

An ausweichenden Antworten zu drei Punkten: Herkunft der Anfrage, Wortlaut der Einwilligung und Zahl der Betriebe, die denselben Datensatz erhalten. Formulierungen wie „aus unserem Netzwerk“ oder „in der Regel exklusiv“ sind Warnsignale. Lassen Sie sich die Antworten schriftlich geben, denn später zählt der Vertrag, nicht das Gespräch.

Den Wortlaut der Einwilligung, die Reklamationsregeln mit Gründen und Frist, die Regelung zur Verteilung einschließlich Nachverkauf sowie die Vertragsbedingungen zu Laufzeit, Mindestabnahme und Budgetdeckel. Alles davon gehört in den Vertrag, nicht in eine Präsentation.

Das hängt vom Modell ab. Bei RegioScout sind beide Seiten eigenständig Verantwortliche im Sinne der DSGVO, ein Auftragsverarbeitungsvertrag ist deshalb nicht erforderlich. Entscheidend ist, dass der Anbieter die Frage klar beantworten kann und die Rolle im Vertrag steht.

Groß genug, um mehr als einen Eindruck zu erzeugen. Legen Sie vorab Menge, Budget und Kennzahl fest, behandeln Sie alle Quellen gleich und werten Sie erst nach Ablauf Ihres üblichen Verkaufszyklus aus. Entscheidend sind Ihre Kosten je Auftrag, nicht der Preis je Anfrage.

Der Preis, der unter Ihrer eigenen Obergrenze liegt. Diese berechnen Sie aus dem Deckungsbeitrag je Auftrag, dem Anteil, den Sie für Akquise ausgeben wollen, und Ihren Quoten für Erreichbarkeit, Termin und Abschluss. Ohne diese Rechnung ist jede Aussage über „zu teuer“ ein Bauchgefühl.

Jonas Müller

Produktentwicklung, RegioScout

Jonas Müller arbeitet in der Produktentwicklung von RegioScout und schreibt hier über Qualifizierung, Zustellung und die Zusammenarbeit mit Fachbetrieben.

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